Neun Fragen zu eurer persönlichen Sicherheit im Netz

Achtung – jetzt kommt ein unangenehmer, lästiger Text, denn er mahnt unser Engagement und unsere Verantwortung im Netz an. Gerade der neuerliche Hacker-Vorfall, bei dem viele private Daten von Politikern und Prominenten ins Netz gestellt worden sind, zeigt, wie schlecht gesicherte Privat-Accounts (E-Mails, Social Media) zu „beliebten“ Einfallstoren für Hacker werden können.

Dabei ist jeder von uns potentiell gefährdet und der Gedanke, wir hätten ja nichts zu verbergen, ist eher trügerisch: Es müssen ja nicht gleich unsere Bankdaten sein, die Hacker „interessieren“, auch private Fotos, Adress- und Telefonlisten oder mancher Mailverkehr können zum Ziel werden. Doch obwohl wir um diese Gefahren meist wissen, sichern wir unser digitales Leben häufig wesentlich schlechter als z.B. unser Haus oder unsere Wohnung.

Die schließen wir ja auch ab und schauen, ob die Fenster geschlossen sind, bevor wir sie verlassen. Ähnlich sollte es im Digitalen sein – die Instrumente sind vorhanden, wir müssen sie nur nutzten. Neun Fragen zu unserer persönlichen, digitalen Sicherheit.

Ist das Passwort sicher?

Lang ist gut – mehr als acht Zeichen oder Buchstaben sollten es auf jeden Fall sein, besser sind zwölf-bis-16-stellige Kombinationen. Das nach wie vor beliebte „Passwort“ oder die „123456“ gehören damit 2019 nun wirklich in die digitale Mottenkiste. Wer nichts selbst erfinden möchte, der nutzt das Netz und einen Passwortgenerator.

Wird das Passwort nur einmal genutzt?

Ein einziges Passwort für z.B. das Online-Banking, den eigenen Facebook-Account und fürs Online-Shopping ist einfach aber fahrlässig. Wird einer der Dienste gehackt, können Cyber-Verbrecher direkt „weiter ziehen“.

Experten empfehlen für jeden Account ein eigenes Passwort – das klingt anstrengend und es ist leider auch. Aber im analogen Leben schleppen wir ja auch einen Schlüsselbund mit uns rum. Die Hilfe für den digitalen Schlüsselbund heißt Passwort-Manager.

Damit können wir alle Accounts zentral über eine Stelle verwalten, synchronisieren und müssen uns nur ein Masterpasswort merken. Im Netz finden wir zahlreiche Tests zu Passwort-Managern wie zum Beispiel hier

Wird beispielsweise Facebook auch als Schlüssel für andere Dienste genutzt?

iPhone liegt auf dem Tisch

Es ist so praktisch – beim Besuch einer Website werden wir gefragt, ob wir uns mit unserem Facebook-Account (Google, Twitter...) anmelden wollen. So entfällt das individuelle Einloggen mit einem neuerlichen Passwort. Das ist gefährlich, warnen Experten und raten ab – siehe oben. Zudem hat besonders Facebook 2018 auch einige Sicherheits-Lücken offenbart.

Kennt ihr 2FA?

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist wie ein zweiter Schlüssel für einen Account. Viele kennen sie vom Online-Banking – wir loggen uns auf dem PC ein, legen eine Überweisung an und bekommen anschließend eine SMS mit einem individuellen Code auf unser Smartphone.

Nur mit diesem zweiten Code auf einem weiteren Gerät – dem zweiten Faktor - können wir überweisen. Mehr Infos und Erläuterungen zur Funktion der 2FA findest Du hier beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Nutzt ihr Sicherheitsfragen?

Manche Accounts bieten sogenannte Sicherheitsfragen an beispielsweise als Backup für ein vergessenes Passwort. Das können Hintertüren für Hacker sein. Denn der Geburtsort oder der Vorname der Mutter sind recherchierbar. Deswegen gilt auch hier – ein sicheres Passwort ist besser.

Prüft ihr die Anhänge von Mails?

E-Mail-Anhänge sind beliebte Möglichkeiten, um Viren auf unsere PCs zu schleusen.

Deswegen sollten wir immer schauen, ob wir den Absender kennen, die Absender-Adresse korrekt geschrieben ist oder ob in der Ansprache unser Name z.B. keinen Buchstabendreher enthält. Im Zweifel besser nicht den Anhang öffnen oder auf einen Link klicken.

Noch größere Vorsicht sollte gelten, wenn wir nach privaten Daten wie Passwörtern oder Kontoverbindungen gefragt werden.

Alles auf dem aktuellen Stand?

Regelmäßig werden uns Updates für unsere Programme angeboten. Die sollten wir auf jeden Fall nutzen und installieren – das gilt für die Betriebssysteme auf unseren PCs und Smartphones, aber auch für unsere verwendeten Browser.

Häufig werden dadurch neu entdeckte Sicherheitslücken geschlossen oder das Eindringen neuer Schädlinge verhindert.

Seid ihr geschützt?

Virenscanner haben in den letzten Jahren an Image verloren, weil sie selbst größere Sicherheitslücken aufwiesen. Trotzdem ist ein digitales Leben mit einem Virenscanner immer besser als ohne Schutz im Netz unterwegs zu sein. Tests zu den zahlreichen Anbietern gibt es beispielsweise hier bei bundespolizei-virus.de (2019 - kostenlos) oder bei der Stiftung Warentest (2,50 Euro).

Heute schon gebackupt?

Wenn wir von einem Virus infiziert worden sind, beginnt schnell das große Zittern – sind unsere Daten möglicherweise unrettbar verloren. Regelmäßiges Abspeichern schützt vor solchen Fällen. Dabei sollten wir aber auch sorgfältig die Back-ups sichern, damit uns nicht auch diese entwendet werden.

Mehr Infos zur Sicherheit?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – kurz BSI – hat eine umfangreiche Empfehlungsseite zur Datensicherheit aufgesetzt. Dort finden wir zahlreiche Tipps zur z. B. sicheren Einrichtung unserer Geräte oder Netzwerke, zu Schutz- und Hilfsprogrammen oder zur Datenverschlüsselung.

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