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Madline Ponte
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Was die Geräte wirklich können

Smart Speaker im Test

„Alexa, starte Radio Herford“, „Siri, welche Apotheke ist jetzt noch geöffnet“, „Ok Google, schalt in der Küche das Licht an,“ – Smart Speaker sind die Zaubergeräte, die meist in Sekundenschnelle auf solche Aufforderungen und Fragen reagieren.

Damit sind sie praktisch, vielseitig verwendbar und absolut trendy. Weltweit avancieren sie zunehmend zu Verkaufsschlagern, immer neue Geräte kommen auf den Markt. In den USA sollen schon 25 Prozent der Haushalte mindestens einen Smart Speaker zuhause stehen haben. Hierzulande nutzen rund 11 Millionen Deutsche einen Smart Speaker, weitere sechs Millionen planten laut einer Studie des Audiovermarkters RMS (November 2018) den Kauf. Doch so beliebt die Geräte auch sind, so umstritten sind sie auch – besonders aus Datenschutzsicht.

Die Stiftung Warentest hat jetzt 18 schlaue Lautsprecher (10 Geräte mit dem Sprachassistenten Alexa, sieben mit dem Google Assistant, ein Gerät mit Apples Siri) getestet u.a. zum Thema Datenschutz aber auch zur Technik in den Geräten.

Der große Lauschangriff?

Es ist eines der hartnäckigsten Gerüchte, das um die Nutzung der Smartspeaker in den eigenen vier Wänden wabert: Die Geräte würden alle Gespräche aufzeichnen. Die Antwort der Tester auf diese Vermutung ist klar: „Nein. Die Lautsprecher liegen zwar ständig auf der Lauer, ob sie jemand mit dem Stichwort anspricht. Doch dessen Erkenntnis läuft noch nicht übers Internet, sondern vor Ort auf dem Gerät selbst.“ Erst mit dem Aufrufen „Alexa“, „Ok Google“ oder „Hey Siri“ nehmen die Lautsprecher Verbindung mit dem Netz auf und setzen die Wünsche um.

Echo plus in der Küche

Hören und machen?

Die Spracherkennung ist natürlich das A und O der intelligenten Lautsprecher. Sie wog im Test auch am schwersten und machte 30 Prozent Anteil der Gesamtnote aus. Am Besten schnitten dabei die Geräte ab, die mit dem Google Assistant arbeiten. Sowohl die Smart Speaker von Google selbst, als auch die Geräte anderer Anbieter – alle erreichten hier eine gute Bewertung. Bei den Geräten, die mit dem Spachassistenten Alexa arbeiten, ist das Gesamtbild unterschiedlich. Bei den Smart Speakern von Amazon funktionierte sie gut.

Bei den Boxen anderer Anbieter gab es teils große Verständigungs-schwierigkeiten, zwei Smart Speaker wurden sogar nur mit ausreichend bewertet. Auch die Sprachbedienung des Apple Homepods überzeugte die Tester nur bedingt. Generell urteilten sie, Siri könne mit Alexa und dem Google Assistant „nicht so recht mithalten“.

Was gibt‘s auf die Ohren?

Den besten Klang boten zwei Boxen, die bei der Spracherkennung Mängel hatten – der Apple Homepod und die Ultimate Ears. Sie verzeichneten ein gut an der Schwelle zum sehr gut. Ebenfalls auf den vorderen Rängen – die Amazon Boxen sowie auch die von Sonos sowie im Bereich der Google Assistant Boxen die von JBL und Onkyo. Erstaunlich – die Google-eigenen Smart Speaker schafften beim Klang nur ein mageres befriedigend.

Wenn es um die Musikquellen geht, zeichnet sich bei den Google Assistant-Geräten ein einheitliches Bild ab – sie erlauben uns alle neben der Nutzung des Google-eigenen Musikstreamingdienstes auch Spotify und Deezer. Zudem sind alle Bluetooth-fähig und können die Musik auch vom eigenen Smartphone abspielen. Das ist z.B. bei den Alexa-Geräten von Onkyo und Sonos nicht möglich. Der Apple Homepod geht seinen eigenen, bekannten Weg: Er lässt nur Musik von Apple Music zu und die Box kann nicht als Bluetooth-Box eingesetzt werden.

Zur Abwertung bitte – der Datenschutz

Alle 18 Geräte im Test wurden auf Grund erheblicher Mängel beim Datenschutz abgewertet. Denn bei der Nutzung der Geräte geben wir viele Informationen von uns preis: Über unsere Musikauswahl lernt das Gerät z.B. Näheres zu unserem persönlichen Musikgeschmack, mit der Steuerung unseres Haushalts per Smart Speaker wird unser Lebensrhythmus erkennbar und Amazon hat sich patentieren lassen, anhand der Stimme auch den Gesundheitszustand zu erkennen.

Was aber mit diesen - teils sehr persönlichen - Daten passiert, das - so die Tester der Stiftung Warentest – bleibt unklar. Denn die Datenschutzerklärungen nahezu aller Geräte - aber vor allen die von Amazon, Google und Apple - verzeichneten viele Unklarheiten.

Die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung - DSGVO – würden nicht bzw. nur in Teilen umgesetzt. Diese Mängel führten die Tester zu der Einschätzung, das wir – sollten wir sensibel auf Privatheit und Datenschutz achten – die Smart Speaker sehr kritisch sehen und möglicherweise mit dem Kauf noch warten sollten.


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