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Oliver Tölke
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Bund-Länder-Beschlüsse

Die aktuellen Regeln

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Bund und Länder haben sich beim Corona-Gipfel am 25.11.2020 auf neue Regeln im Umgang mit der Corona-Pandemie geeinigt. Das sind die Regeln im Überblick:

Wie lange geht der "Lockdown light" noch?

Die aktuellen Maßnahmen werden bis zum 20. Dezember verlängert bzw. teilweise verschärft. Restaurants, Theater und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen. Sollten die Fallzahlen nicht deutlich sinken, könnten die Maßnahmen ein weiteres Mal verlängert werden.

Wie viele Menschen dürfen sich treffen?

Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, jeden nicht notwendigen Kontakt zu vermeiden und möglichst zu Hause zu bleiben. Außerdem werden private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten strenger begrenzt. Es dürfen sich maximal fünf Personen treffen dürfen - dabei darf ein Haushalt mit nur einem weiteren Haushalt zusammenkommen. Kinder bis 14 Jahre sind von dieser Regel ausgenommen. Bisher galt eine Obergrenze von zehn Personen.

Über Weihnachten werden die Beschränkungen gelockert. Vom 23. Dezember an sollen Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" möglich sein - bis maximal zehn Personen insgesamt.

Maskenpflicht

Die Maskenpflicht gilt im Handel, in öffentlichen Verkehrsmitteln und an allen Orten mit Publikumsverkehr in Innenstädten. Dort, wo sich Menschen auf engem Raum oder über einen längeren Zeitraum aufhalten, muss ebenfalls eine Maske getragen werden. Diese Orte legen die Behörden fest. Auch an Arbeitsplätzen gilt grundsätzlich Maskenpflicht - es sei denn, vom Arbeitsplatz aus kann ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

Hier gelten schärfere Maßnahmen

Für Gebiete mit besonders hohen Infektionszahlen sollen zusätzliche Beschränkungen gelten. Dies gilt ab einer Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Details wurden bisher nicht genannt.

Welche Maßnahmen gelten in der Bahn?

Der Beschluss von Bund und Ländern sieht vor, die "Sitzplatzkapazität" in Zügen zu erhöhen, um noch mehr Abstand zwischen den Reisenden zu ermöglichen. Eine Möglichkeit wäre es, mehr Züge einzusetzen. Auch die Reservierbarkeit von Sitzplätzen soll beschränkt werden. Einzelheiten soll nun die Bahn festlegen.

Weihnachtsferien

Die Weihnachtsferien sollen in diesem Jahr fast überall gleichzeitig am 19. Dezember beginnen. Mit der Maßnahme soll die Zahl der Kontakte direkt vor den Feiertagen und damit die Ansteckungsgefahr im Familienkreis verringert werden. Es ist aber eine Notbetreuung im Gespräch.

Schulen sollen offen bleiben

Die Entscheidung über abwechselnden Unterricht in geteilten Gruppen zu Hause und in der Schule soll weiterhin vor Ort fallen. Zudem sollen solche Maßnahmen auf Schüler ab der 8. Klasse - ausgenommen der Abschlussklassen - beschränkt bleiben. Vereinbart wurde auch eine Maskenpflicht im Unterricht ab der 7. Klasse, ebenfalls abhängig von den regionalen Corona-Zahlen. Für Schüler, die sich mit Corona angesteckt haben, und deren Mitschüler soll es einheitliche Regeln geben. Positiv getestete Schüler sollen gemeinsam mit ihren Mitschülern - in der Regel die Schulklasse - sofort in eine fünftägige Quarantäne geschickt werden. Wie es in dem Beschlusspapier von Bund und Ländern weiter heißt, sollen die betroffenen Schüler dann nach fünf Tagen Quarantäne einen Schnelltest machen. Wer negativ ist, darf wieder in die Schule.

Einzelhandel

Der Groß- und Einzelhandel bleibt geöffnet, allerdings mit Maskenpflicht nun auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen. Die Zahl der Menschen in Geschäften soll verringert werden. In kleineren und mittleren Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern darf sich weiterhin höchstens eine Person pro zehn Quadratmetern Verkaufsfläche befinden. In größeren Geschäften mit einer Verkaufsfläche ab 801 Quadratmetern ist geplant: Bis zu einer Fläche von 800 Quadratmetern soll sich höchstens eine Person pro zehn Quadratmetern befinden - auf der 800 Quadratmeter übersteigenden Fläche höchstens eine Person pro 20 Quadratmetern.

Silvester

Den Bürgern wird empfohlen, auf das Silvesterfeuerwerk zu verzichten. Auf belebten Plätzen und Straßen soll es sogar verboten werden.

>>> Bund-Länder-Beschluss vom 25.11.2020


Corona-Beschlüsse vom 28.10.2020

Bundeskanzlerin Merkel und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder haben neue Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. Die Maßnahmen gelten ab dem 2. November und werden bis Ende November befristet. Nach Ablauf von zwei Wochen werden Bund und Länder sich erneut beraten und notwendige Anpassungen vornehmen.

Die einzelnen Beschlüsse im Überblick

Kontaktbeschränkungen

In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige des eigenen und eines weiteren Haushalts gemeinsam aufhalten - jedoch in jedem Falle maximal 10 Personen. Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden sanktioniert werden. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien angesichts der ernsten Lage inakzeptabel.

Gastronomie, Hotels, Freizeitangebote 

Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören etwa Theater, Konzerthäuser, Kinos, Kneipen, Spielhallen, Wettannahmeeinrichtungen, Bars oder auch Fitnessstudios. Ausgenommen werden sollen die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.
Auch der Freizeit- und Amateursportbetrieb wird eingestellt - mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand. Profisportveranstaltungen können nur ohne Zuschauer stattfinden.
Touristische Übernachtungsangebote im Inland sollen untersagt werden. Angebote sollten nur noch für notwendige Zwecke gemacht werden. Die Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, generell auf nicht notwendige private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - zu verzichten. Das gilt auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge.

Schulen und KiTas

Der Schul- und Kita-Betrieb geht weiter, die Länder entscheiden über die erforderlichen Schutzmaßnahmen.

Einzelhandel

Einzelhandelsgeschäfte sollen unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen insgesamt geöffnet bleiben. Es müsse aber sichergestellt werden, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro 10 Quadratmeter aufhalten.

Körperpflege

Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios sollen schließen, medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien aber möglich sein. Friseursalons bleiben - anders als im Frühjahr - aber unter den bestehenden Hygienevorgaben geöffnet.

Wirtschaft

Industrie, Handwerk und Mittelstand soll sicheres Arbeiten umfassend ermöglicht werden, heißt es im Entwurf. Die Arbeitgeber müssten ihre Mitarbeiter vor Infektionen schützen. Wo immer umsetzbar soll Heimarbeit ermöglicht werden.

Hilfe für Unternehmen

Der Bund will Hilfen verlängern und die Konditionen etwa für die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft verbessern. Außerdem soll der Schnellkredit der staatseigenen KfW Bankengruppe für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten geöffnet und angepasst werden.

Risikogruppen

Für Kranke, Pflegebedürftige, Senioren und Behinderte solle es zügig und prioritär Corona-Schnelltests geben. Der besondere Schutz in diesem Bereich dürfe aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen.

Kontrollen

Zur Einhaltung der Maßnahmen sollen flächendeckend die Kontrollen verstärkt werden. Zudem sollen Bund und Länder Bürgerinnen und Bürger verstärkt über die Corona-Maßnahmen informieren "und durch möglichst einheitliche Maßnahmen die Übersichtlichkeit erhöhen", heißt es in dem Papier.


Kreis Herford wird zum Risikogebiet

Stand: 22.10.2020

Der Kreis Herford hat den zweiten Corona-Grenzwert von 50 überschritten. Damit gilt der Kreis Herford seit Samstag (24.10.2020) als Risikogebiet.

Der Kreis Herford hat wegen der neuen Lage (Inzidenz 50, Gefahrenstufe 2) eine zweite entsprechende Allgemeinverfügung erlassen, die Samstag (24.10.2020, 0:00 Uhr) in Kraft getreten ist. Sie basiert auf den in der Corona-Schutzverordnung festgelegten Maßnahmen des Landes NRW.

Es gelten folgende Regeln:

  • Begrenzung Teilnehmerzahl bei Festen aus herausragendem Anlass außerhalb des privaten Raums auf 10 Personen
  • Begrenzung Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen/Versammlungen/Kongressen auf 100 Personen ab dem vierten Tag nach Feststellung (= ab Dienstag, den 27.10.2020). Ausnahme: Vorlage eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes bis drei Tage vor Veranstaltung (dann max. 500 Personen im Freien und 250 Personen in Innenräumen)
  • „Sperrstunde“: Der Betrieb gastronomischer Einrichtungen und der Verkauf alkoholischer Getränke ist von 23 Uhr bis 6 Uhr unzulässig.
  • Begrenzung der Gruppengröße bei Zusammenkünften in der Öffentlichkeit außerhalb von Familien oder Personen zweier Hausstände auf 5 Personen.
  • Maskenplicht auch am Sitz- und Stehplatz: Bei Konzerten und Aufführungen sowie bei sonstigen Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen muss ein Mund-Nasen-Schutz auch am Sitz- oder Stehplatz getragen werden. Auch für Zuschauer bei Sportveranstaltungen (drinnen und draußen) gilt diese Regelung
  • Ausweitung der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf die folgenden Bereiche des Kreises Herford: Stadt Herford: das Stadtgebiet innerhalb des Walls, mit Ausnahme des Walls selbst
  • Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern zwischen Personen, die nicht zu den vorstehend genannten Gruppen gemäß § 1 Abs. 2 CoronaSchVO gehören (auch bei festen Sitzplätzen und Vorliegen eines namentlichen Sitzplans: bei internen Unterrichtsveranstaltungen, praktischen Übungen und Prüfungen im öffentlichen Dienst; bei Bildungsangeboten oder Prüfungen von außerschulischen Einrichtungen und Organisationen; bei Konzerten, Aufführungen in öffentlichen oder privaten Kultureinrichtungen, beim Betrieb von Ausflugsfahrten mit Schiffen, Kutschen, historischen Eisenbahnen u. ä.; bei sonstigen Veranstaltungen, Versammlungen oder Angeboten, die nicht unter besondere Regelungen der Coronaschutzverordnung fallen

Der Kreis Herford erwartet vom Land eine Verschärfung der Maßnahmen in der neuen Corona-Schutzverordnung. Die aktuelle Verordnung läuft am Samstag, den 31. Oktober aus.

Weitere Infos zur Corona-Lage im Kreis Herford sowie aktuelle Zahlen gibt's hier

Offizielle Pressemitteilung des Kreises Herford

Donnerstag, 22.10.2020, 15 Uhr

Landrat Jürgen Müller, Krisenstabsleiter Markus Altenhöner, Dezernent Norbert Burmann und Kreis-Gesundheitsamtsleiterin Dr. Marie-Luise Kluger haben am Donnerstag (22.10.2020) im Kreishaus über die aktuelle Corona-Lage im Kreis Herford informiert.

Die Infektionszahlen steigen wie im gesamten Bundestrend auch im Kreis Herford in den vergangenen Wochen wieder an. Seit Mittwoch (21.10.2020) sind 45 Corona-Infektionen im Kreis Herford dazu gekommen. Die Zahl der Genesenen steigt von 727 auf 729 leicht an. Kreisweit gibt es aktuell (Stand 22.10.2020) 163 infizierte Personen. Insgesamt sind im Kreisgebiet 900 bestätigte Infektionen bekannt.

Der Inzidenzwert liegt nach den Berechnungen des Kreises demnach aktuell bei 55 und überschreitet damit die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Wegen einer digitalen Panne beim Landeszentrum für Gesundheit NRW (LZG NRW) sind die Daten allerdings noch nicht offiziell bestätigt. Die Datenbank des LZG weist deshalb für den Kreis Herford immer noch einen Inzidenzwert von unter 50 auf. Eine Allgemeinverfügung bezüglich der zweiten Gefahrenstufe der Corona-Schutzverordnung kann vom Kreis Herford aus juristischen Gründen jedoch erst erlassen werden, wenn das LZG eine 7-Tage-Inzidenz von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner amtlich bestätigt (§ 15 Abs. 2 CoronaSchVO NRW).

Deshalb wird die nötige Allgemeinverfügung frühestens am Samstag ab 0 Uhr gelten. Ab dann gelten auch die in der aktuellen Corona-Schutzverordnung verstärkten Maßnahmen. „Wir empfehlen unseren Bürgerinnen und Bürgern dennoch, bereits jetzt alle Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. Das ist wichtig, um sich selbst und alle anderen so gut es geht zu schützen“, so Krisenstabsleiter Markus Altenhöner.

Im Kreis Herford gibt es insgesamt acht Todesfälle, wobei 6 (laut Totenschein) an Corona verstorben sind und 2 mit Corona. Derzeit befinden sich 8 Personen in stationärer Behandlung, keiner davon befindet sich in der Intensivbehandlung oder muss künstlich beatmet werden. Die aktuell infizierten Personen verteilen sich auf Herford (55), Spenge (6), Bünde (44), Löhne (22), Vlotho (9), Enger (13), Rödinghausen (8), Hiddenhausen (4) und Kirchlengern (2).

Landrat Jürgen Müller mit einer Einschätzung der Lage:

„Es ist auch im Kreis Herford nicht mehr kurz vor 12 Uhr – es ist 12 Uhr. Die Lage ist ernst, aber der Kreis und die Städte sind gut vorbereitet – bereits in der Region und im Land sind viele Kreise und kreisfreien Städte seit Tagen über den Inzidenzwert 50. Die Entwicklung deutete sich in den vergangenen Tagen an – tatsächlich gibt es derzeit eine besonders rasant ansteigende Zahl der Fälle. Wir können aber im Kreisgebiet bisher die Fälle gut einordnen. Für uns ist wichtig, dass wir alle Infektionsketten nachverfolgen können und die Situation in unseren Krankenhäusern übersichtlich bleibt. Beides ist nach wie vor der Fall. Wir stocken allerdings nun wieder unser Personal bei der Kontaktverfolgung auf.

Über ein sogenanntes „Amtshilferersuchen“ greifen auch wir nun auf das Angebot der Bundeswehr zurück und fordern zusätzliche Kräfte an. Wir werden in der Kreisverwaltung eine eigene Abteilung einführen, die sich ausschließlich mit der Pandemie beschäftigt, denn eins ist klar: Wir werden auch langfristig mit Corona leben müssen und mit dem nötigen Mehraufwand, der dadurch für uns als Verwaltung entsteht.“

Informationen zum Infektionsgeschehen

Das Gesundheitsamt arbeitet unter Hochdruck. Die aktuell hohe Zahl an Neuinfizierten lässt sich derzeit auf kein konkretes Geschehen zurückführen und verteilt sich quer durch alle Kommunen des Kreises. Es handelt sich häufig um Kontaktpersonen bereits Infizierter und häufig auch um Familien, die sich gegenseitig anstecken. Nach wie vor ist die Zahl der neuinfizierten Kontaktpersonen steigend, so Dr. Marie-Luise Kluger, Leiterin des Gesundheitsamtes: „Das Infektionsgeschehen ist allgemein sehr hoch – das hatten wir für den Herbst erwartet. Eine Infektionswelle in dieser Jahreszeit ist typisch. Entsprechend hoch sind auch die Anzahl der Tests, die derzeit durchgeführt werden, deshalb werden die Zahlen auch weiter steigen.“

Lage in den Krankenhäusern

Derzeit 8 stationäre Fälle, keiner davon befindet sich in der Intensivbehandlung oder muss künstlich beatmet werden. „Bisher haben wir wenig Schwererkrankte unter den Infizierten, aber die Erfahrung lehrt mich, dass auch das nicht so bleiben wird“, skizziert Dr. Kluger weiter.

Das Testzentrum der Oststraße in Herford erweitert seine Öffnungszeiten

Ab dem kommenden Wochenende ist das Zentrum auch Samstag und Sonntag von 10-14 Uhr geöffnet. Die Herforder Testzentrum befindet sich in der Oststraße 23 und ist montags bis freitags zwischen 12 und 19 Uhr geöffnet. Ein weiteres Testzentrum gibt es in Bünde in der zentralen Notfallpraxis an der Viktoriastraße. In Bünde werden montags, dienstags und donnerstags zwischen 14:00 und 17:30 Uhr Tests durchgeführt.

Infekt-Sprechstunden am Samstag

In den Herbst- und Wintermonaten werden neben der flächendeckenden Versorgung von Infekt-Patienten an Werktagen nun ausgewählte Arztpraxen an Samstagen zusätzliche Infekt-Sprechstunden anbieten. In der Zeit von 09:00 bis 13:00 Uhr können sich dort Patienten mit Infektionen der oberen Atemwege, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen etc. vorstellen. Dieser Service der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe wird nach Bedarf und lokalem Infektionsgeschehen angepasst. Das heißt: Nicht überall und an jedem Samstag bieten Praxen die Infekt-Sprechstunden an. Bitte rufen Sie in jedem Fall vorher in der jeweiligen Praxis an, um sich anzumelden!

Situation Kontaktpersonen-Management

Im Gesundheitsamt des Kreises Herford sind derzeit 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kontaktpersonen-Management tätig, hinzu kommen noch 11 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verwaltungsbereich. Es wurden zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt, die anderen stammen aus den anderen Abteilungen des Gesundheitsamtes sowie der übrigen Kreisverwaltung. Für die Kontaktpersonen-Nachverfolgung gibt es ein Basisteam, das immer im Einsatz ist. Ab Montag (26.10.). werden 10 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr das Kontaktpersonen-Management für 4 Wochen personell unterstützen.

„Wenn sich die Infektionszahlen wie derzeit erhöhen, unterstützen zunächst geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Ämtern. Darüber hinaus haben wir jetzt Amtshilfe bei der Bundeswehr angefordert und wir werden weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diesen Bereich einstellen.“, so Dezernent Norbert Burmann. Derzeit befinden sich über 900 Menschen im Kreis Herford in Quarantäne, die durch das Kontaktpersonen-Management betreut werden.

Lage Bürgertelefon: Seit dem 5.März dieses Jahres gibt es das Bürgertelefon des Kreises (Tel. 05221 – 13 15 00). Das Bürgertelefon wird nach wie vor sehr gut genutzt und ist Zentrale für Fragen und Anliegen jeglicher Art, die mit dem Corona-Virus und seinen Folgen zu tun haben. Über 15.000 Anrufe sind bislang beim Bürgertelefon eingegangen.  Besetzt ist die Zentrale von montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr.

Burmann ergänzt: „Aktuell nimmt die Zahl der Anrufe wieder zu. Das ist aufgrund der steigenden Zahlen verständlich. Daher werden wir das Bürgertelefon auch am kommenden Wochenende besetzen, um Auskünfte zu den aktuell zu beachtenden Regelungen zu geben.“

Allgemeine Lage / Vorgehen Krisenstab

Der Krisenstab des Kreises tagt derzeit alle zwei Tage und wird je nach Bedarf besetzt. Derzeit sind dabei: Ordnungsamt, Gesundheitsamt, Personalamt und die Pressestelle des Kreises. Wird das Geschehen dynamischer, kommen mitunter auch Vertreterinnen und Vertreter der Krankenhäuser, der Polizei und des Rettungsdienstes, der Schulen, der Kindertageseinrichtungen oder der Altenheime dazu.

Landrat und Krisenstab tauschen sich darüber hinaus eng mit den Bürgermeistern der 9 Kommunen aus, sowie mit den umliegenden Kreisen und der kreisfreien Stadt Bielefeld. „Wir arbeiten Hand in Hand, damit wir im Kreis Herford und möglichst auch in der Region OWL einheitliche Regeln haben. Die Zusammenarbeit ist gut und wichtig. Seit Anfang März arbeiten wir gemeinsam im Krisenstab und haben viel Erfahrung gesammelt. Bei neuen Herausforderungen profitieren wir davon“, so Markus Altenhöner, Leiter des Krisenstabs.

Lage in den Schulen: Derzeit Herbstferien: An insgesamt 18 Schulen gibt es bestätigte Fälle. Infektionen von 23 Schülerinnen und Schülern und  beim Schulpersonal. Hinweis: Nach Verordnung des Landes NRW gilt ab Montag eine Maskenpflicht in den Schulen ab der Sekundarstufe 1. An Grundschulen gilt ebenfalls eine Maskenpflicht, aber nicht am Platz.

Lage in den Kitas: Eine Kita mit bestätigten Fall in Löhne Gohfeld

Lage in der Pflege/Eingliederungshilfe: Ein ambulanter Pflegedienst betroffen (Infektion Pflegekraft), eine vollstationäre Pflegeeinrichtung mit einem Fall – kein Übergreifen auf Bewohner!

Quelle: Kreis Herford


Kreis Herford überschreitet ersten Corona-Grenzwert

Mittwoch, 21.10.2020, 14 Uhr

Diese Allgemeinverfügung wird zum 24.10.2020 (0 Uhr) aufgehoben. Stattdessen tritt die Allgemeinverfügung zur Feststellung der Gefährdungsstufe 2 in Kraft (s.o.). 

 

Im Kreis Herford ist der erste Corona-Warnwert von 35 überschritten worden. Ab Donnerstag (22.10.2020, 0.00 Uhr) gelten daher folgende Regeln: 

Verpflichtende Maßnahmen bei einer 7-Tages-Inzidenz > 35 ("Gefahrenstufe I")

  • Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Festen aus herausragendem Anlass auf 25 Personen
  • Begrenzung Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen/Versammlungen/Kongressen auf 1.000 Personen
  • Maskenplicht auch am Sitz- und Stehplatz: Bei Konzerten und Aufführungen sowie bei sonstigen Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen muss ein Mund-Nasen-Schutz auch am Sitz- oder Stehplatz getragen werden. Auch für Zuschauer bei Sportveranstaltungen (drinnen und draußen) gilt diese Regelung.
  • Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern (auch bei festen Sitzplätzen und Vorliegen eines namentlichen Sitzplans): bei Veranstaltungen, Versammlungen oder Angebote; bei internen Unterrichtsveranstaltungen, praktischen Übungen und Prüfungen im öffentlichen Dienst; bei Bildungsangeboten oder Prüfungen von außerschulischen Einrichtungen und Organisationen; bei Konzerten, Aufführungen in öffentlichen oder privaten Kultureinrichtungen; beim Betrieb von Ausflugsfahrten mit Schiffen, Kutschen, historischen Eisenbahnen u. ä.

Weitere Vorgaben der aktuellen Corona-Schutzverordnung vom 17.10.2020

  • Maskenpflicht auf Märkten (bisher: an Marktständen) und auf Beerdigungen. Bei Zusammenkünften nach Beerdigungen, standesamtlichen Trauungen und Zusammenkünften vor dem Ort der Trauung gilt keine Abstandspflicht unter nahen Angehörigen (aber Hygienevorkehrungen und einfache Rückverfolgbarkeit); die Regelungen des jeweiligen Veranstaltungsortes sind im Übrigen zu beachten. Es gilt eine Maskenpflicht für alle Teilnehmer
  • Gottesdienste: Erfordernisse bei erhöhten 7-Tages-Inzidenz-Werten werden von Kirchen/Religionsgemeinschaften "berücksichtigt"
  • Gastronomie: bei mehreren Tischen, die zu einer Veranstaltung gehören, darf auf Mund-Nase-Bedeckung und Mindestabstände während des gesamten Aufenthalts in der Einrichtung nur innerhalb der festen Tischgruppe verzichtet werden

Zu den aktuellen Fällen (Stand: 21.10.2020, 14 Uhr):

Seit Mittwoch (20.10.2020) sind 28 Corona-Infektionen im Kreis Herford dazu gekommen. Die Zahl der Genesenen steigt von 725 auf 727 leicht an. Kreisweit gibt es aktuell 120 infizierte Personen. Insgesamt sind im Kreisgebiet 855 bestätigte Infektionen bekannt.

Der Inzidenzwert liegt damit aktuell bei 41,9 und überschreitet damit die Grenze von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Damit gilt die erste Gefahrenstufe der Corona-Schutzverordnung.

Die aktuell hohe Zahl an Neuinfizierten lässt sich auf kein konkretes Geschehen zurückführen. Nach wie vor ist die Zahl der neuinfizierten Kontaktpersonen steigend, so Dr. Marie-Luise Kluger, Leiterin des Gesundheitsamtes: „Das Infektionsgeschehen ist allgemein sehr hoch – das hatten wir für den Herbst erwartet. Eine Infektionswelle in dieser Jahreszeit ist typisch. Entsprechend hoch sind auch die Anzahl der Tests, die derzeit durchgeführt werden, deshalb werden die Zahlen auch weiter steigen.“

Die aktuell infizierten Personen verteilen sich auf Herford (44), Spenge (4), Bünde (26), Löhne (14), Vlotho (8), Enger (11), Rödinghausen (7), Hiddenhausen (4) und Kirchlengern (2).

Im Kreis Herford gibt es insgesamt acht Todesfälle, wobei 6 (laut Totenschein) an Corona verstorben sind und 2 mit Corona. Derzeit befinden sich 10 Personen in stationärer Behandlung, keiner davon befindet sich in der Intensivbehandlung oder muss künstlich beatmet werden.

Markus Altenhöner, Leiter des Krisenstabs beim Kreis Herford mit einer Einschätzung der Lage: 

„Mit dem Blick auf die regionale und landesweite Lage kommt diese Entwicklung für uns nicht überraschend. Wir gehen davon aus, dass die Werte auch weiterhin steigen. Deshalb bereiten wir uns auch jetzt schon auf die zweite Gefahrenstufe vor, die ab einem Inzidenzwert von 50 in Kraft tritt. Um die Gefahr langfristig einzudämmen, werden deshalb jetzt die Schutzmaßnahmen ebenfalls verstärkt.“

Der Kreis Herford hat wegen der neuen Lage nun eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen, die am Donnerstag, 22.10.2020 um 0:00 Uhr in Kraft tritt. Sie basiert auf den in der Corona-Schutzverordnung festgelegten Maßnahmen des Landes NRW.

Eine Mund-Nasen-Bedeckung empfiehlt der Kreis Herford auch weiterhin überall da, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann.

„Wer sich unsicher fühlt, sollte die Maske aufsetzten oder aufbehalten. Sicherheit geht vor, auch beim Sich-selbst-sicher-fühlen“, appelliert Krisenstabsleiter Markus Altenhöner.

Quelle: Kreis Herford

Weitere Infos zur Corona-Lage im Kreis Herford gibt's hier