Responsive image

on air: 

DIE VIER VON HIER
---
---
Sascha Brinkmann

Sascha Brinkmann

Cover Diesen Weg Sascha Brinkmann

Sascha macht schon seit 20 Jahren Musik. Angefangen hat er im Metal, jetzt ist er Singer/Songwriter. In dem Genre kann er sich am besten ausdrücken und seine Gefühle verarbeiten. Das ist Sascha besonders wichtig, denn er leidet unter einer Depression. Den Song "Diesen Weg" hat er geschrieben, als es ihm richtig schlecht ging. Das Schreiben hat ihm geholfen. Außerdem hat Sascha eine Therapie angefangen und ist auf einem sehr guten Weg. Hier gibt's seine Single für Euch. Außerdem hat Sascha uns ein sehr ehrliches und bewegendes Interview gegeben. Hier hört ihr es.

Das Interview

Der Song "Diesen Weg" ist während einer tiefen Depression entstanden:

„Ich hab‘ schon länger psychische Probleme, also soziale Phobien, die in eine Depression geführt haben. Ich hab dann irgendwann angefangen Hilfe zu suchen und hab eine Therapie angefangen. Trotz der Therapie ist ja nicht sofort alles gut und da ging es mir gerade sehr schlecht und da hab‘ ich gerade in diesem Song viel verarbeitet, viel an Gedanken reingebracht was mir auch so ein Stück weit hilft das zu verarbeiten.“

Saschas Depression hat sich über Jahre entwickelt:

„Das begleitet mich mein ganzes Leben schon. Also so extrem noch nicht, aber das kam wirklich glaube ich noch durch die zusätzliche Verantwortung die man hat. So mit Familie, gerade mit Kind. Auch gerade bei meinem Sohn. Da hab ich halt immer Angst gehabt was falsch zu machen oder nicht so der Vater zu sein der ich gerne sein möchte, und auch da habe ich mich immer so drin verloren und „was hast du schon irgendwie falsch gemacht, was für ihn später schlecht sein wird“ und wenn man sich da immer mehr reindenkt und sich drin verliert, das tut einem nicht gut.“

So fühlt sich eine Depression an:

„Es gibt da verschiedene Gefühle. Da ist natürlich so eine tiefe, tiefe Traurigkeit oder einfach dieses antriebslose. Was bei mir das Problem ist, ist das ich mit meinen Gedanken oft alleine bin und mich einfach in Sachen rein grübel. (…) Und obwohl man ja einen Partner hat, mit dem man über alles sprechen kann, obwohl man Freunde hat, mit denen man über alles sprechen kann, was sie einmal auch ja immer wieder sagen und bestätigen, gibt es trotzdem halt Gedanken (…) Ich will jetzt nicht vom Selbstmordgedanken oder so reden, aber wenn man sich in diesen Gedanken verliert, und es einem richtig schlecht geht… Ich hatte wirklich Momente, da konnte ich einfach nur im Bett liegen hab dann auch geweint und kam fast gar nicht hoch. Da hat man natürlich auch mal Gedanken, ob es ein bisschen leichter wäre für Andere, wenn man nicht mehr ist. Solche Gedanken hatte ich halt. Das ist jetzt besser, hab ich jetzt so nicht mehr, aber es kommen immer mal wieder Momente, da verliere ich mich halt in diesen Gedanken und das ist schwer da rauszukommen.“

Das kann bei einer Depression helfen:

„…immer blöd da Ratschläge zu geben, weil es bei mir selber ja auch schwierig war. Man muss halt irgendjemanden finden, dem man Vertrauen kann. Den man da ansprechen kann. Aber das ist ja gerade auch das schwierige. Man weiß ja auch selbst, dass man drüber sprechen muss. Das größte Problem ist, dass man auch Angst hat mit diesen Gedanken, die man hat, auf andere Menschen zuzugehen. Das kann ja auch manchmal eine außenstehende Person sein, mit der man nicht so viel zu tun hat. So war es bei mir auch. Mein größter Hilferuf war tatsächlichen an einen Vorgesetzten bei meinem Arbeitgeber, weil ich immer auch ein bisschen Angst hatte, und ich wollte Nelly (seine Frau) nicht damit belasten. Ich weiß natürlich, ich hätte jederzeit zu ihr kommen können, aber man erzählt natürlich nicht dem liebsten und nächsten Menschen, ich hab da solche und solche Gedanken (…) Als ersten Schritt hab ich mich tatsächlich an meinen Vorgesetzten gewendet in einer Mail und der hat dann super schnell reagiert und direkt Hilfe für mich organisiert.“

 

Dass immer mehr Menschen offen über Depressionen sprechen, ist sehr wichtig:

„Ja definitiv! Also das finde ich ja gerade gut, dass gerade auch Personen in der Öffentlichkeit da mehr drüber sprechen. Auch wenn ich bei meiner Therapeutin bin, nennt sie auch Zahlen wie viele wirklich davon betroffen sind (…), die die gleichen Gedanken haben, darunter leiden. (…) Ein Problem ist dieser Schein bei allen auf soziale Medien. Man sieht ja immer nur die schönen Seiten aber das ist gerade auch so ein Problem. Es muss immer alles perfekt sein und das ist halt nicht so gut.“

Ihr habt auch das Gefühl, eine Depression zu haben oder zu entwickeln? Ihr seid nicht allein! Hier gibt es bei uns Anlaufstellen und Hilfe.