Judo

Heute steht Daniela Kabbeck im Blickpunkt. Die Judokämpferin des Polizei-Sport-Vereins Herford holte im Jahre 2009 in der Klasse bis 52 Kilo den dritten Platz bei den Westdeutschen Einzelmeisterschaften sowie den siebten Rang bei den Deutschen Einzelmeisterschaften.
Zwischen Universität und Sporthalle spielt sich das Leben der 26-Jährigen seit einigen Jahren ab. Daniela Kabbeck studiert in Bielefeld Sport, Deutsch und Sonderpädagogik auf Lehramt. „Letzte Woche Dienstag habe ich meine Abschlussarbeit abgegeben", sagt Daniela Kabbeck; die Erleichterung darüber, dass diese zeitintensive Arbeit erledigt ist, ist ihr anzuhören.
Zeitintensiv ist auch ihre Beschäftigung mit ihrem Lieblingssport. „Dabei bin ich erst ziemlich spät zum Judo gekommen", sagt sie. Freundin Marina Franz nahm sie im Jahre 1997 erstmals mit zum Judotraining beim PSV Herford. Daniela Kabbeck war damals 14 Jahre alt, wohnte in Bad Salzuflen, besuchte in ihrer Geburtsstadt Herford zunächst die Geschwister-Scholl-Realschule, anschließend das Anna-Siemsen-Berufskolleg und war vom neu entdeckten Sport begeistert. „Marina hat aufgehört, ich bin dabei geblieben. Wir waren damals eine große Gruppe, mit der es Riesenspaß gemacht hat", sagt Daniela Kabbeck. Die junge Dame erkämpfte sich schnell die ersten Gurte, durfte damit bei Wettkämpfen starten und landete gleich auf vorderen Plätzen. All das motivierte sie, den Sport intensiv zu pflegen. „Der siebte Platz im vergangenen Jahr bei der Deutschen Meisterschaft war die bisherige Krönung", sagt sie.
Wobei es Daniela Kabbeck nicht nur um den Erfolg geht. „Der Spaßfaktor", das betont sie ausdrücklich, ist ihr mindestens ebenso wichtig. Deshalb freut sie sich auf die Mannschaftskämpfe in der 2. Bundesliga, die sie mit dem Team des Osnabrücker Turnerbundes bestreitet. Seit vier Jahren kämpft sie in der Osnabrücker Mannschaft. Im letzten Jahr wäre das Team als Vizemeister der 2. Bundesliga Nord fast in die 1. Liga aufgestiegen. „Wir wollten aber auch in der 2. Liga bleiben. Da ist der Spaßfaktor einfach höher", sagt Daniela Kabbeck mit einem Schmunzeln.
Auch ihr PSV Herford ist derzeit dabei, ein Frauenteam aufzubauen, das Mannschaftskämpfe bestreitet. Nach den Sommerferien soll es in der Landesliga losgehen. „In diesem Team darf ich aufgrund meiner Leistungsstärke nicht starten. Da muss erst zweimal der Aufstieg glücken", sagt sie. Abteilungsleiter Stefan Struckmeier entdeckte schnell, wie gut die sportliche junge Frau Können und Wissen an die Jugend weitergeben kann. Somit ist Daniela Kabbeck längst im Trainerstab des PSV engagiert. Vier Mal in Woche steht sie mit dem Nachwuchs in der Sporthalle des Königin-Mathilde-Gymnasiums auf der Matte, einmal pro Woche trainiert sie mit ihrer Mannschaft in Osnabrück. An den Wochenenden stehen die Wettkämpfe auf dem Programm. Zudem kümmert sich die angehende Lehrerin darum, ihren Sport an den Schulen voranzutreiben. So gab es bereits Judo-Projekte an der Grundschule Radewig.
Für andere Hobbys bleibt bei dem Zeitaufwand, den Daniela Kabbeck dem Judo widmet, natürlich wenig Zeit. „Im Urlaub fahre ich gerne Kajak, das aber nur mit meinem Freund Sascha Krist", sagt sie. Nach absolviertem Studium unternimmt Daniela Kabbeck zunächst eine ausgedehnte Reise nach Thailand, Neuseeland und Australien. Nach der Rückkehr geht es sofort wieder in die Judo-Halle. Zudem kämpft sie dann nicht nur für den Osnabrücker TB in der 2. Bundesliga, sondern auch für Köln-Porz in der Regionalliga. „Der Kontakt ist über eine ganz alte Freundin, mit der ich zu den ersten Turnieren gefahren bin, gelaufen. Sie hat mich zu den Kölner gebracht, ich sie im Gegenzug zu den Osnabrückern", sagt Daniela Kabbeck mit einem Lächeln.



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