Radsport
Heute steht Phillip Müller, Radsportler des RC Endspurt Herford, im Blickpunkt. Er sicherte sich im vergangenen Jahr die Vize-Landesverbandsmeisterschaft im Crossfahren in der Klasse U 19. „Das ist schon lange her, so richtig kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern", sagt der 18-jährige Schüler des Herforder Königin-Mathilde-Gymnasiums. Erinnern kann er sich allerdings noch daran, wie seine Leidenschaft für den Radsport begann - nämlich mit einem Diebstahl. „Mir ist mein altes Rad geklaut worden, da habe ich ein Mountainbike bekommen", erzählt er. Und mit diesem Mountainbike drehte der damals Zwölfjährige Runde um Runde durch Herford, um dann zu dem Entschluss zu kommen, dass er eigentlich auch im örtlichen Radsportverein seiner Leidenschaft frönen könnte. Gesagt - getan: Hansi Seidel nahm ihn beim RC Endspurt unter seine Fittiche. Und weil Phillip Müller nun einmal ein Mountainbike hatte, fuhr er mit dem - allerdings auf dünneren Reifen - zunächst auch auf der Straße.
Nach vielen Trainingseinheiten gab es endlich auch das erste Rennrad. „Ich glaube, mein erstes Rennen habe ich in Herford bestritten, am 1. Mai", ist sich der Sportler selbst nicht mehr ganz sicher. Sicher ist allerdings, dass er auch heute noch gern auf das hört, was Hansjörg Seidel ihm zu sagen hat. Und weil der Radsport Phillip so viel Freude machte, war bald auch nahezu die gesamte Familie dabei: Vater Dietmar, der allerdings den Triathlon als seine sportliche Nummer eins ansieht, dann Bruder Steffen (15) und Schwester Johanna (13). Und Mutter Ursula steigt als Triathletin auch dann und wann aufs Rennrad - ein Familiensport also für die Müllers.
Sportliche Erfolge stellten sich für Phillip Müller bald ein, er wurde als Schüler Zweiter bei der Deutschen Meisterschaft im Crossfahren, als Jugendlicher errang er bei den Titelkämpfen Bronze. Und dann stand er im vergangenen Jahr im Red-Bull-Bundesligateam des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen. Jetzt ist der junge Mann selbst darauf gespannt, wie sich seine sportliche Laufbahn weiter gestalten wird, denn in diesem Jahr startet er erstmals in der Männerklasse beziehungsweise bei den Espoirs (U 23). Und nachdem Müller bislang seine größten sportlichen Erfolge im Gelände zu feiern hatte, sieht er selbst inzwischen seine Stärken auf der Straße. Auch deswegen wechselte er zum RC Wiedenbrück, ohne allerdings die Mitgliedschaft im RC Endspurt aufzugeben. „In Wiedenbrück geht es etwas professioneller zu, wir bekommen Räder gestellt und fahren auch zu den großen Rennen", schildert er die Beweggründe, warum er seine Lizenz nun andernorts löst. Und ein klares Ziel hat er auch vor Augen, nämlich den Aufstieg in die B- und dann in die A-Klasse.
Der jüngere Bruder Steffen erhält von Phillip Müller durchaus noch Tipps bei seinen Cross-Einsätzen. Schwester Johanna dagegen braucht die offenbar nicht. „Sie fährt einfach drauflos", sagt Phillip Müller mit einem Lachen, „und gewinnt ja in ihrer Klasse auch fast alles." Er selbst musste des Vereinswechsels wegen im fast beendeten Winter pausieren: „Ich war während dieser Crosssaison gesperrt", erklärt der junge Mann. Nicht so schlimm für ihn: Das Hauptaugenmerk soll ja ohnehin dem Straßenradsport gelten. Und so ganz verlassen wird er Herford auch nicht: „Ich habe halt nur meine Lizenz woanders. Und vielleicht starte ich ja irgendwann auch wieder für den RC Endspurt." Die Familie hätte sicher nichts dagegen, denn die bleibt dem Herforder Verein treu.
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