Fechten

Heute steht Nadine Wehmeyer, Säbel-Fechterin der TG Herford, im Blickpunkt. Sie sicherte sich in 2009 sowohl in der Hauptklasse als auch bei den Junioren den Sieg bei der Landesmeisterschaft. Grund zum Feiern hatte die junge Damen bereits am gestrigen Freitag, denn da beging sie ihren 20. Geburtstag. Allerdings ist derzeit die Lust an einer Fete eher gering ausgeprägt, denn eine Krankheit hat Nadine Wehmeyer vorübergehend außer Gefecht gesetzt.
Schuld an den Erfolgen Nadines ist genau genommen ihr ein Jahr jüngerer Bruder Pascal. Der weckte bei ihr nämlich die Lust, Fechten einmal selbst auszuprobieren. Erstmals lernte sie diesen Sport bei einer Fecht-Arbeitsgemeinschaft an der Grundschule Falkstraße kennen. Zwei Monate später trat Nadine Wehmeyer der Fechtabteilung der Turngemeinde Herford bei. Da war sie zehn Jahre alt, und die ersten sportlichen Erfolge bei Wettbewerben auf regionaler Ebene stellten sich zügig ein. Tiberiu Rapolti, damals wie heute ihr Trainer, erkannte das Können der jungen Fechterin schnell. „Er hat gleich gesagt, Nadine, du hast ein Händchen dafür", erinnert sich ihre Mutter Jutta Wehmeyer. Dass da in Herford ein Talent heran wächst, sprach sich auch schnell bis in die Zentrale des Deutschen Fecht-Bundes (DFB) herum. „Plötzlich lag Post vom DFB bei uns im Briefkasten", sagt Jutta Wehmeyer. Inhalt des Schreibens: Eine Einladung ins Fecht-Elite-Internat in Bonn. Nadine Wehmeyer schaute sich die Schule an; sie sagte ihr zu und so wechselte die Herforderin für drei Jahre zwischen ihrem 14. und 17. Lebensjahr ins Rheinland, bevor sie wieder an die Werre zurückkehrte. Derzeit besucht Nadine Wehmeyer das Elisabeth-von-derPfalz-Berufskolleg mit dem Ziel, später einen sozialpädagogischen Beruf ausüben zu können. Neben ihrer aktiven Karriere kümmert sie sich darum, bei Grundschulprojekten den Nachwuchs für den Fechtsport zu begeistern. Zudem arbeitet sie im Trainerstab der TGH-Fechtabteilung mit. Mutter Jutta ist seit Jahren im Vorstand tätig, seit zwei Jahren ist sie Abteilungsleiterin und folgte dem jetzigen Gesamtvorsitzender der TG Herford, Hans-Herbert Bents, nach. „Für unsere Familie war Fechten ein völlig neuer Sport, als unsere Kinder sich dafür begeisterten", sagt Jutte Wehmeyer mit einem Lächeln.
In Ostwestfalen-Lippe ist Nadine Wehmeyer von keiner Gegnerin zu schlagen, auch bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften der Säbelfechter 2009 in Eislingen machte die westfälische Ranglistenerste nachhaltig auf sich aufmerksam. Sie beendete die Vorrunde mit dem Gruppensieg, in der zweiten Runde erreichte sie den zweiten Platz in ihrer Gruppe. In der Direktausscheidung gewann sie zunächst gegen Fee Nolte aus Bonn, bevor es eine Niederlage gegen die spätere Bronzemedaillengewinnerin Jasmin Bührle aus Tauberbischofsheim gab. Danach gab es einen weiteren Sieg. Eine Niederlage verhinderte dann den Einzug in die Finalrunde der letzten Acht. Trainer Rapolti und auch die Sportlerin selbst zeigten sich mit dem 14. Platz in der Endabrechnung hoch zufrieden. „Vielleicht geht es bei den Deutschen Meisterschaften 2010 noch ein bisschen höher", sagt Jutta Wehmeyer.



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